In 1,5 Tagen von der Aufgabe zum funktionierenden Prototyp: Was der MAKEathon 2026 für KMU bedeutet.
Wie schnell wird aus einem realen Geschäftsproblem eine funktionierende KI-Lösung? Um das herauszufinden, trafen sich am MAKEathon 2026 80 Personen an der Hochschule für Wirtschaft FHNW in Olten. In rund 1,5 Tagen bearbeiteten Studierendenteams 8 reale Aufgaben aus Unternehmen und bauten 13 funktionierende KI-Prototypen.
Alle Teams hatten denselben Auftrag: eine «agentische» KI-Lösung zu bauen, also eine KI, die Aufgaben Schritt für Schritt erledigt und nicht nur Fragen beantwortet. Die Lösung musste grosse Sprachmodelle, die Technologie hinter ChatGPT, mit Wissensgraphen verbinden. Das sind strukturierte Abbilder von Wissen, Regeln und Prozessen eines Unternehmens. Zusammen machen sie KI zuverlässiger, transparenter und leichter überprüfbar.
Ein KI-Berater für KMU
Als Challenge-Geber stellte unser KI-ZENTRUM den Teams eine Frage, die viele KMU beschäftigt: Wo soll ein kleines Unternehmen mit KI anfangen, und was bringt es? Drei Teams beantworteten sie auf ganz unterschiedliche Weise:
- JustMAKEIt: Sie geben die Website Ihres Unternehmens ein und erhalten eine KI-Roadmap mit geschätztem Return on Investment. Das Tool ist bereits online verfügbar.
- MSZ Labs: Das Team folgt dem Grundsatz «Die Methode entscheidet, das Sprachmodell spricht nur». Die Empfehlungen sind reproduzierbar, sensible Unternehmensdaten bleiben in der Schweiz.
- Pythia: Sieben KI-Agenten übernehmen je eine Beratungsrolle. Bei einem realen Unternehmen kamen sie zur gleichen Empfehlung wie die Fachleute der FHNW.
Ideen, die sich aus anderen Branchen übernehmen lassen
Auch die übrigen Aufgaben führten zu Lösungen, die für KMU gut nachvollziehbar sind:
- Regulierung im Blick (Eniwa AG): Neovex erkannte im Test alle 40 neuen Gesetzesänderungen. RegRadar senkte die Verarbeitungskosten um bis zu 92 Prozent, weil es nur den geänderten Text liest.
- Von der E-Mail zur Umsetzung (Forty2 AG): Spark macht aus einer Kundenmail automatisch einen freigegebenen Auftrag.
- Den Aufgabenberg bewältigen (BEKO Solutions): Toja leitet jede Aufgabe nach Priorität an das richtige Team weiter, bis sie erledigt ist.
- Überprüfbare Antworten (metaphactory): GroundZero verknüpft jede Aussage mit ihrer Quelle.
- Schweizer KI für öffentliche Dienste (Apertus): Ein Assistent für eine Bewilligungsbehörde steigerte den Anteil korrekter Entscheide von 32,5 auf 92,5 Prozent.
Was KMU mitnehmen können
Die überzeugendsten Prototypen vertrauten der KI nicht einfach blind. Sie kombinierten sie mit klaren Regeln und Firmenwissen, die ihre Antworten prüfen. So wird KI vertrauenswürdig genug für alltägliche Geschäftsentscheide, auch dort, wo Genauigkeit und Datenschutz wichtig sind. Zudem zeigt sich: Ein fokussiertes Team mit einem klaren Problem kann in Tagen statt Monaten eine brauchbare erste Version entwickeln.
Die nächste Generation baut bereits mit
Am Samstagnachmittag kamen am MAKEathon Youth 11 Jugendliche zwischen 11 und 16 Jahren zusammen. Sie bauten eigene KI-Anwendungen für Face Augmentation sowie für die Erkennung und Verfolgung von Objekten und trainierten selbst Machine-Learning-Modelle.
Danke
Unser Dank gilt den Sponsoren Graphwise, Databricks, TD SYNNEX und metaphactory, den Tech-Partnern IBM, AWS, Microsoft und Google sowie allen Challenge-Gebern, Mentorinnen und Mentoren und Jurymitgliedern, die ein Wochenende eingesetzt haben. Auch nach sieben Ausgaben gilt: Unmöglich ist nichts, wenn man durch Tun lernt.
Gibt es in Ihrem Unternehmen eine Herausforderung, die Sie mit KI lösen möchten? Kontaktieren Sie das KI-ZENTRUM. Gemeinsam klären wir, wie wir sie angehen können.